300B PSE

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300B PSE

Postby Sumpfbulle » Thu Feb 25, 2016 2:45 pm

Sehr geehrter Herr Leven,

schon seit geraumer Zeit liebäugele ich mit dem Bau des von ihnen entworfenen 300B-PSE-Verstärkers. Rein von der Optik her würde ich diesen Verstärker auch durchaus als Mono-Endstufen bauen wollen.

Ich habe aber immer noch ein paar Fragen, die ich vor Baubeginn geklärt haben möchte:

1.) Ich würde den von ihnen veröffentlichten Schaltplan (Stand 17.03.2009) gerne auf meiner Homepage, auf der ich solche Projekte dokumentieren möchte, veröffentlichen. Das darf natürlich nur mit ihrer ausdrücklichen Genehmigung geschehen, die ich hiermit erbitte.
2.) Der Arbeitspunkt der 300B-Röhren ist mit UG=-64V und Ua 415VDC für mich sehr ungewöhnlich gewählt. Hier hätte ich eher eine Ua von ca. 300 VDC gewählt, um einfach im relativ linearen Bereich der Kennlinien zu bleiben. Wird der von ihnen gewählte Arbeitsbereich klanglich nicht kritisch?
3.) Alternativ ließe sich natürlich auch Ug auf einen Wert von ca. -90V einstellen. Dann wäre auch wieder der Arbeitspunkt im linearen Bereich der Kennlinie.
4.) Ist die galvanische Trennung der NGV unbedingt notwendig, oder kann man das durchaus mit einem einzigen Transformator, den ich mir extra wickeln lassen würde, machen. Welche Nachteile würden sich bei einer Lösung mit nur einem Trafo ergeben?

Ich hoffe auf eine baldige Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Thomas Göbel
Sumpfbulle
 
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Re: 300B PSE

Postby Jac19 » Sat Feb 27, 2016 12:43 pm

Hallo Thomas,

die Verzerrung ergibt sich mit guter Genauigkeit aus der Abstand der zweiten Harmonische zum Grundsignal. Die dritte Harmonische ist kaum vorhanden. Das wird im EML Datenblatt auch so gehandhabt.

http://www.emissionlabs.com/datasheets/EML300B.htm

Um 25...30dB, also kaum Verzeruung, zu bekommen, hast du immer Abstriche bei der Leistung.

Dazu haben Arbeitspunkte mit wenig Verzerrung auch bessere Kontrolle im Tiefbassbereich, was sich mit der Verzerrung als Röhrenparameter nicht erfassen lässt, da das Lautsprecherverzerrung bedeutet. Aber das ist natürlich auch sehr wichtig. Daher sind Werte über ca 25dB schon zu empfehlen.

Daher, um UND 25...30dB zu bekommen, UND Leistung, das läuft dann auf höhere Anodedissipation hinaus. Der Grund ist auch der, dass eine Röhre nur eine gewisse Wirkungsgrad hat. Um also viel Leistung rauszubekommen, musst du auch viel Verheizen, ist ja klar. Das letzte wird aber bei niedrige Anodenspannung nicht gehen, weil eine niedrige Spannung hoher Strom voraussetzt. Und DA kommt dann das Problem, dass die Gitterspannung dann so gering gewählt werden muss, dass dann die Röhre nicht mehr voll ausgesteuert werden kann. So dass dann die Leistung zwar in der Röhre verbraten wird, aber du kannst sie nicht mehr voll aussteuern. Also Zeile 3 im Datenblatt wird nur genommen wenn die 7 Watt reichen.

Wenn nicht, ist die Lösung, die nächst höhere Spannungsstufe zu nehmen.

Im EML Datenblatt der 300B siehst du daher drei Tabellen, bei 350V, 400V, und 450V. Wobei ab erst 400V die bessere Möglichkeiten entstehen. 415V ist prima, es muss nicht gleich 450V sein.

Innerhalb einer gewissen Bandbreite kannst du bei der selben Verlustleistung und der selben Verzerrungsgrad immer noch etwas mehr Spannung bei weniger Strom nehmen, oder anders herum. Damit veränderst du die Ausgangsimpedanz, und kannst du dich genau an ein vorhandener Trafo anpassen. Z.B. Zeile 8 und 11 in der Tabelle im Datenblatt sind fast indentisch, ausser die Anodenimpedanz. So kannst du dich zwischen 4500....5500 Ohms selber positionieren. Generell ist es immer so, wenn die Röhre bei der selben Verlustleistung in einem Bereich mit weniger Spannung und mehr Strom eingesetzt wird, dass dann in Anlehnung an das Ohmsche Gesetz, die Ausgangsimpedanz nach oben geht.

Viele Grüße,
Jac
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Re: 300B PSE

Postby J. Leven » Sat Feb 27, 2016 5:13 pm

Hallo Thomas ,
1)ist genehmigt ;)

zu 2,3)
2.) Der Arbeitspunkt der 300B-Röhren ist mit UG=-64V und Ua 415VDC für mich sehr ungewöhnlich gewählt. Hier hätte ich eher eine Ua von ca. 300 VDC gewählt, um einfach im relativ linearen Bereich der Kennlinien zu bleiben. Wird der von ihnen gewählte Arbeitsbereich klanglich nicht kritisch?
der Arbeitspunkt bei der 300B PSE liegt bei :
416 V - 25V (auto bias) = 391V DC, die dazugehöhrige Gitterspannung ist die NGV + die auto bias Spannung, -63 V + (-25) ca - 88V
massgeblich für die zu erwartenden Verzerrung ist die Lage des Arbeitspunktes, Ruhestrom, Anodenspannung,
der Lastgeraden,
umgangssprachlich fahre ich die Röhre mit 2.5k, 3k , 4.5k 6 k usw., das ist die Primärimpedanz (PI) des Ausgangstrafo (AÜ)
Der 3k AÜ macht nicht anderes als die Lautsprecherimpedanz in einem festem Übersetzungsverhältniss zu transformieren, aus 8Ohm werden 3000 Ohm.
Da die Impedanz des Lautsprecher keineswegs linear ist, ändert sich auch ständig die PI die an der Röre anliegt .
Im diesem Fall sieht jede einzelne Röhre 2 x 3 k, Last bei 8 Ohm und durch die daraus geringe Neigung der Lastgeraden im
Kurvenschar Bild wird der unterer unlineare Bereich nicht durchlaufen .
4) die NGV Wickelung kann zusammen auf einen Trafokern

Generell :
zur 300B PSE wird es eine neue Version geben,
- wahlweise mit Röhrengleichrichter, warscheinlich mit 2x5AR4 oder einer 5U4G, oder Diode
- Treiberschaltung wie gehabt mit Anodendrossel oder ....
- zu schaltbare kleine GK
- einstellbarer Ruhestrom über den NGV Anteil
- Einschaltverzögerung in der Art wie bei Baracuda SE30
- Gleichstromheizung
- ultralow noise

Stand :
der Netztrafo ist da, aus Zeitmangel bin ich noch nicht weiter,
der komplette Plan wird auf Anfrage für einen Obolus erhältlich sein,
wie auch alle zukünftigen Pläne, bedingt durch Materialaufwand, Zeitaufwand zum Testen und Abstimmen der mal schnell im 3 stelligen
Stundenbereich landet .
Denn eine Schaltung die auf dem Papier bestens aussieht muss noch lange nicht (gut) klingen, ein Lautsprecher verhält sich halt
anders als ein 4 oder 8 Ohm Lastwiderstand

J.L.
J. Leven
 
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Re: 300B PSE

Postby J. Leven » Wed Mar 02, 2016 9:51 am

Hallo Thomas,
du hast eine PM ,
J.L.
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